Hallo zusammen,
vielleicht haben es manche von euch schon am Spot gehört:
"bei kaltem Wind kommt man früher ins Gleiten?"
Die Aussage hab ich auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Dafür sollte man sich erstmal die Formeln für Windkraft und Luftdichte anschauen:

(Windkraft)
A = Projektionsfläche, Referenzfläche
cw = "Windschlüpfrigkeit", Strömungswiderstandskoeffizienten
v = Windgeschwindigkeit
p= Dichte der Luft
Beim Betrachten der Formel fällt auf, dass die Windgeschwindigkeit quadratischen Einfluss auf die Kraft hat:
Falls man die Segelfläche seines Riggs verdoppelt, verdoppelt sich auch die Windkraft auf das Rigg.Falls sich die Windgeschwindigkeit verdoppelt, vervierfacht sich die Windkraft auf das Rigg.Doch abgesehen von diesem Sachverhalt, interessiert uns doch eigentlich die Dichte der Luft. Für die Luftdichte gibt es eine weiter Formel:

(Luftdichte)
P = Luftdruck (1013 hPa/mBar)
R = Gaskonstante (287,05 J/kg*K)
T = Temperatur in Kelvin (Celsius°+273)
Um die Fragestellung zu beantworten, wollen wir jetzt die prozentuale Änderung der Windkraft bei gleicher Windgeschwindigkeit aber bei variabler Temperatur betrachten. Das heißt dass alle Bestandteile der Formel konstant sind, bis auf die Lufttemperatur:
F= q * 1/Tq = 1/2* cw * A * P/R = konst
Die Fragestellung "Um wieviel Prozent ist die Windkraft bei T1 größer als bei T2, bei gleicher Windgeschwindigkeit?" lässt sich jetzt leicht in eine Formel übersetzen:
% = (F(T1)-F(T2) / F(T2)) *100 ; für T1 > T2
da sich die konstante q jeweils rauskürzt bleibt zum Schluss
% = (T1-T2 / T2) *100; für T1 > T2
Beispiel: "Die Windkraft ist bei
20° um
3% größer als bei
10°."
Hiermit konnte man die Aussage "Bei kaltem Wind kommt man früher ins Gleiten" bewiesen werden, denn bei kälterer Luft ist die Windkraft höher als bei wärmerer Luft.
Verständlich ausgedrückt:
Kalter Wind ist im Vergleich zu warmem Wind (bei gleicher Windgeschwindigkeit) energiereicher.Grüße Philipp